Internetportal für Bielefelder Bürger und Bürgerinnen
mit Unterstützungsbedarf

Jeder Mensch hat in bestimmten Lebenssituationen und Lebenslagen Bedarf an Hilfe und Unterstützung: das gilt insbesondere für das Leben mit Behinderung und das Leben im Alter.


Häufig ist es schwierig, eine den persönlichen Vorstellungen entsprechende Hilfe zu finden. biELEFELD - baRRIEREFREI will Betroffene und deren Angehörige dabei helfen, einen Überblick über vorhandene Angebote in Bielefeld zu erhalten.

Suchen Sie für sich oder Ihre Angehörige Hilfsangebote in Ihrer Nähe? Ob Seniorenheime, Pflegedienste, Wohnangebote, Beratungsstellen, nutzen Sie die biELEFELD - baRRIEREFREI Datenbank Altenhilfe in Bielefeld!


bi
ELEFELD - baRRIEREFREI
steht dabei an der Seite der NutzerInnen und hat das besondere Anliegen, neue bedarfsgerechte Formen der Hilfe, die für alle Menschen mit Hilfebedarf dauerhaft finanzierbar sind, vorzustellen und zu fördern.

Welche Erfahrungen machen Sie mit den Hilfsangeboten in Bielefeld, was gelingt gut, wo gibt es Schwierigkeiten, haben Sie Verbesserungsvorschläge? Schildern sie es im Forum!



Die aktuelle Alterstruktur der Bielefelder Bevölkerung (Stand Oktover 2007)
Quelle: Stadt Bielefeld

Aktuell - April 2008:
"Alterndes Bielefeld" - Chancen und Risiken demographischer Entwicklung

Das Thema "demographische Entwicklung" hat gerade in den letzten Wochen Konjunktur. Die ARD veranstaltet Mitte April eine Themenwoche unter dem Motto "Mehr Zeit zu leben - Chancen einer alternden Gesellschaft". Auch in Bielefeld findet in diesem Rahmen ein Aktionstag statt, u.a. mit einem Stadtrundgang unter dem Titel "Räume der Zukunft". Grundlage überall: die demographische Entwicklung, die eine deutliche Zunahme alter Menschen an der Gesamtbevölkerung voraussagt.

Es gilt, sich Entwicklungen und damit verbundenen Herausforderungen zu stellen: Das heißt in diesem Zusammenhang, die Bedingungen für alte Menschen zu verbessern - hier in Bielefeld wie in der gesamten Gesellschaft.

Zu den Fakten: Derzeit leben in Bielefeld knapp 328.000 Menschen, davon sind knapp 83.000 Menschen über 60 Jahren alt, das sind rund 25 %. Geht man davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung auch künftig bei ca. 77-78 Jahre liegen wird , die Zahlen von Zuzügen und Abwanderungen sich die Waage halten und die Geburtenrate wie derzeit bei ca. 1,4 Kindern bleiben wird, ist mit folgendem Szenario zu rechnen: Der Prozentsatz der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung wird sich aufgrund der geburtenschwächeren Kriegs- und unmittelbare Nachkriegsjahre in den nächsten Jahren zunächst verringern, um dann bis 2050 kontinuierlich auf über 35 % anzusteigen. Bei den absoluten Zahl alter Menschen wird aber bereits in den nächsten Jahren der Höhepunkt erreicht werden. Die spätere prozentuale Steigerung resultiert aus einer Minderung der Gesamt-Einwohnerzahl. Im Jahr 2050 werden nach diesem Modell ca. 80.000 Menschen im Alter über 60 Jahren in Bielefeld leben, bei einer deutlich geringer gewordenen Gesamt-Einwohnerzahl.

Rein an Zahlen orientierte Betrachtungen verführen häufig zu verkürzten und verfehlten Einschätzungen: Eine "Vergreisung der Gesellschaft" zu behaupten ist ebenso irreführend wie die immer wieder bemühten Bilder einer "Bevölkerungsexplosion" oder einer angeblichen "Überbevölkerung" der Erde durch die globale demographische Entwicklung.

Die Stadt Bielefeld unternimmt zumindest den Versuch, frühzeitig der Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Stadt hat bereits seit 2004 die Stelle einer Projektleiterin "Demographische Entwicklung" eingerichtet. Frau Susanne Tatje setzt sich seither mit den voraussichtlichen Folgen des demographischen Wandels auseinander. "Wir werden weniger, wir werden älter, wir werden bunter" lässt sich die Programmatik überschreiben, die sich als kommunalpolitisches Konzept mit dem demographischen Wandel auseinandersetzt.

Was bedeutet die demographische Entwicklung für eine Stadt wie Bielefeld? Klar ist, dass sich Bedarfe großer Bevölkerungskreise wandeln. In nahezu allen Lebensbereichen werden sich Akzente verschieben. Alte Menschen sind z.B. auf Wohnformen angewiesen, in denen ihnen die notwendige Hilfe zur Verfügung steht. Auch Wohnraumgrößen und Wohnraumausstattungen werden sich an die Wünsche und Bedarfe alter Menschen anpassen.

Was weiterhin an Bedeutung gewinnen wird, ist eine barrierefreie Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben: Im Alter mobil bleiben zu können verlangt nach einem öffentlichen Verkehrsnetz, das vielleicht anders aussehen wird als heutzutage: Alte Menschen haben z.B. häufig den Wunsch, direkt an der Haustüre abgeholt und abgesetzt zu werden, evt. noch verbunden mit Hilfestellungen beim Transportieren von Einkäufen. Vorstellbar wäre ein öffentlicher Nahverkehr, der heutigen Taxi-Systemen gleicht, aber durch neue technische Entwicklungen flexibler, billiger und kundenorientierter arbeitet.

Wahrscheinlich wird wichtiger werden, öffentliche Teilhabe und Gemeinschaft auch in der unmittelbaren Nachbarschaft erleben zu können. Auch hier ist eine Infrastruktur notwendig, die es in dieser Form bisher nicht oder nicht mehr gibt: Etwa Einkaufsmöglichkeiten "um die Ecke", Nachbarschaftszentren, in denen sich Menschen mit einem eingeschränkten Aktionsradius ihren Interessen widmen und Gleichgesinnte treffen können.

Grundvoraussetzung ist für all das, die eigenen Interessen für eine veränderte, die Interessen alter Menschen berücksichtigende Gesellschaft artikulieren und öffentlich machen zu können. Neue, bzw. in den nächsten Jahren weiterentwickelte Kommunikationswege - nicht zuletzt das Internet - werden es auch vermehrt alten Menschen ermöglichen, ihre Bedarfe und Wünsche nach außen zu tragen.

Berücksichtigt werden muss bei alldem, dass den alten Menschen ausreichend Geld zu Verfügung stehen muss, um ihr Leben gestalten zu können. Gerade in den letzten Wochen gingen immer wieder Meldungen über eine drohende Altersarmut durch die Presse. Verschärfend kommt hinzu, dass auch hier eine demographische Komponente wirksam ist: Dem wachsenden Anteil alter, aus dem Erwerbsleben ausgeschiedener Menschen steht ein immer geringer werdender Anteil von Menschen gegenüber, die durch ihre Erwerbstätigkeit steuer- und sozialversicherungsbasierte Leistungen erwirtschaften können. Nach den gegenwärtigen Bedingungen droht, dass Gestaltungsräume im Alter ein Privileg von wenigen Wohlhabenden werden könnten, während viele Rentnerinnen und Rentner gerade nur noch das Nötigste zum Leben haben werden. So ist die Frage einer alternden Gesellschaft nicht zuletzt auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit.

Auch hier gilt, dass die soziale Frage, die mit einer alternden Gemeinwesen, mit einer alternden Stadt zusammenhängt, frühzeitig formuliert und frühzeitig nach Antworten gesucht wird. biELEFELD baRRIEREFREI will dazu einen Beitrag leisten.

Wie wollen Sie im Alter leben? Welche Hoffnungen und Ängste verbinden Sie mit der Zukunft? Das biELEFELD baRRIEREFREI - Forum bietet Gelegenheit, Ihre Ansichten und Vorschläge zur Diskussion zu stellen.

Quellen: Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung - biELEFELD baRRIEREFREI (zum großen Teil ähnlich wie offiziell vorgelegte Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung)

Links: Projekt demographische Entwicklung der Stadt Bielefeld



Bielefelder Modell Westerfeldstr.

Farbenfrohes Aushängeschild des
Bielefelder Modells - die Wohnanlage
an der Westerfeldstraße

Aktuell - März 2008:
Neue Wohnformen für Menschen mit Unterstützungsbedarf - Das Bielefelder Modell

"Selbstbestimmt leben mit Versorgungssicherheit" - dies ist Konzept des Bielefelder Modells, das die BGW mit Kooperationspartnern in immer mehr über das ganze Stadtgebiet verteilten Wohnangeboten verwirklichen will. Das Projekt "Heinrichstraße" wurde jüngst mit dem Deutschen Bauherrenpreis 2008 ausgezeichnet.

Schon seit geraumer Zeit wird klar, dass die menschenwürdige Gestaltung des Lebens alter Menschen eine der wesentlichen gesellschaftlichen Zukunftsfragen ist. In vielen westlichen Industrienationen sind dabei zwei wesentliche Entwicklungen zugrundeliegend: Erstens ein wachsender Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung und zweitens begrenzte finanzielle Ressourcen, sowohl gesamtgesellschaftlich gesehen als begrenztes Volumen aus Versicherungs- und sozialen Transferleistungen als auch bezogen auf den Einzelnen hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Rente. Neuesten Berechnungen zufolge werden bereits in 14 Jahren 2 Millionen Rentnerinnen und Rentner lediglich über Mittel unterhalb des Sozialhilfeniveaus verfügen.

Als wesentliches Ziel ergibt sich daraus, für den Einzelnen dauerhaft finanzierbare Wohn- und Versorgungsmodelle zu entwickeln. Dies ist eine Aufgabe, die nicht erst in Jahren oder gar Jahrzehnten ansteht, sondern die, um später flächendeckend zur Verfügung zu stehen, jetzt angegangen werden muss. Im Mittelpunkt sollten dabei die Interessen und Bedarfe jener Menschen stehen, die nun und in Zukunft in die Lage geraten, aufgrund ihres Alters auf Unterstützung angewiesen zu sein.

Neue Wohnformen für Menschen mit Hilfebedarf zu entwickeln - das ist das Anliegen eines Projekts der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (BGW) in Zusammenarbeit mit dem Verein "Alt und jung e.V." und unter Mitwirkung der Stadt Bielefeld. Unter dem Motto "Selbstbestimmt wohnen mit Versorgungssicherheit" wird das Konzept, deren Ursprung schon Mitte der Neunziger Jahre liegt, im gesamten Stadtgebiet in zahlreichen Objekten der BGW umgesetzt. Dabei ist das Besondere, dass eine Versorgungssicherheit ohne eine Betreuungspauschale gewährt wird. Hilfs- und Betreuungsleistungen müssen nur im Bedarfsfalle vergütet werden. Für alle entsprechenden Wohnanlagen gilt:
- Sicherheit durch Dauermietvertrag
- Barrierefreie Wohnungen
- Wohncafé auch als Treffpunkt für gemeinsame Mahlzeiten
- Gästezimmer
- Servicestützpunkt
- Versorgungssicherheit rund um die Uhr
- Behandlungspflege im Bereich der ärztlich verordneten Anwendungen
- Begleitung von Aktivitäten, Hobbys, Kultur und Freizeit
- Eingliederungshilfe für jüngere Menschen (Frührentner)
- Familienverhinderungspflege
- Unterstützung von Selbsthilfeaktivitäten
- Begegnungen der Generationen
- Vermittlung von Hauswirtschafts- und Pflegediensten
- Förderung der Dienstleistungsvielfalt

Im Januar 2008 erhielt die BGW für ihr Projekt in der Heinrichstr. den Bauherrpreis 2008. Das Besondere gerade dieser Wohnanlage wird im Votum der Jury deutlich: "Die alten Menschnen gehören in die besten Lagen mitten in der Stadt. Wenn diese schon bebaut sind, macht es Sinn, bisherige gewerbliche Lagen aufzuwerten und so zusätzlich Wohnqualität im Zentrum der Stadt zu schaffen." Auch die bauliche Umsetzung mit gemeinsamen Laubengangsystem und Aufenthaltsqualität im Innenhof überzeugte : "Der für diese Wohnanlage gefundene bauliche und organisatorische Lösungsansatz ist beispielhaft und sollte vielfach kopiert werden."

Mit dem Bielefelder Modell hat die BGW, die Kooperationspartner im Bereich der Altenhilfe und die Stadt Bielefeld ein Weg beschritten, der bundesweit Beachtung findet. Über den aktuellen Stand des Modell-Projekts erhalten sie an dieser Stelle in Kürze weitere Informationen...

Quelle: Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (BGW), "Selbstbestimmt wohnen mit Versorgungssicherheit - Das Bielefelder Modell" (Broschüre für Senioren)

Link: www.bgw-bielefeld.de/bielefeld_modell.html


Aktuelle Themen:

Demographische Entwicklung in Bielefeld

Bielefelder Modell Westerfeldstr.

Leben im Alter: Das Bielefelder Modell


Jetzt mit verbesserten Suchfunktionen:




Wichtiger Hinweis:

Selbstverständlich soll auch diese Webseite barrierefrei nach den geltenden Internet-Normen gestaltet werden. Da es sich um ein ehrenamtliches Projekt handelt, fehlt es derzeit noch an Zeit, dies umzusetzen. Wir bitten um Geduld!


Aushang als Download:

Aushang PDF

Wenn Sie www.bi-ba.org unterstützen wollen und auch Menschen in Ihrer Umgebung auf die Webseite aufmerksam machen wollen: Drucken Sie ein oder mehrere Exemplare des PDF - Aushangs (farbig oder s/w) aus und hängen Sie es in ihrer Umgebung auf.
Herzlichen Dank!


Vorschau:

Leben mit Behinderung

Leben mit Behinderung: Einführung des Persönlichen Budgets
(geplant: Mai 2008)


Initiative biELIEFELD baRRIEREFREI
c/o Christoph Weber-Schlauss, Menzelstr. 38, 33613 Bielefeld, Tel.: 0521 45 48 255, Mobil: 0160 40 98 645, E-Mail: info@bi-ba.org